Oft gestellte Fragen

Wie reagiert der Körper auf das Lachgas?
Lachgas (Stickoxydul) wird über die Lunge aufgenommen, im Blut gelöst und entfaltet im zentralen Nervensystem seine Wirkung. Da Lachgas im Blut relativ unlöslich ist, kommt es schnell zu einer Angleichung der alveolären Konzentration in der Lunge und der Konzentration im Blut. Dieses Phänomen, zusammen mit der recht hohen Lipidlöslichkeit, die für die Verteilung im zentralen Nervensystem zuständig ist, führt innerhalb von wenigen Minuten zum Wirkungseintritt. Die Sedierungstiefe kann durch eine Änderung der eingeatmeten Lachgaskonzentration schnell vom Behandler geändert werden. Lachgas ist das schwächste inhalative Anästhetikum, zeigt jedoch eine deutlich höhere schmerzstillende Wirkung (20 % Lachgas entspricht ca. 15 mg Morphin subkutan).

Welche Indikationen sind nötig?

  • Praktisch in jedem Lebensalter in Kombination mit einer Lokalanästhesie bei mäßig ausgeprägter Angst
  • Patienten mit Würgereiz
  • Kinder ab dem Vorschulalter
  • Keine Altersbegrenzung nach oben, da gerade ältere Patienten von der hohen Sauerstoffkonzentration profitieren


Gib es Kontraindikationen?

  • Patienten mit stark behinderter Nasenatmung
  • Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft
  • Ausgeprägte Gesichtsdeformitäten
  • Geistig behinderte Patienten mit schwerwiegenden psychiatrischen Erkrankungen
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen/Lungenemphysem
  • Pneumothorax
  • Kürzlich stattgefundene Augenoperation mit intraokularem Gas
  • Ileus
  • Mastoiditis
  • Otits media
  • Drogenabhängigkeit


Wie sicher ist Lachgas?
Die Anwendung von Lachgas ist genauso sicher wie die herkömmliche Lokalanästhesie. Millionenfache Anwendungen weltweit ohne gravierende Komplikationen beweisen es. Es gibt nur sehr wenige Kontraindikationen. Eine Überwachung des Patienten ist jedoch zwingend erforderlich und umfasst die Sedierungstiefe, die Atemfunktion, die Sauerstoffsättigung des Blutes und die Herz- Kreislauf-Funktion. Die Sedierungstiefe überwacht der Zahnarzt durch Beobachtung und Kommunikation mit dem Patienten, die Atmung wird am Reservoirbeutel des Lachgassystems sichtbar gespiegelt und das Pulsoximeter zeigt zuverlässig die Sauerstoffsättigung des Blutes und die Herzfrequenz des Patienten an.

Wie geht die Lachgassedierung vor sich?
Über eine kleine Nasenmaske wird ein Gemisch aus Sauerstoff und Lachgas verabreicht. Bereits nach wenigen Atemzügen beginnt die Wirkung: von einem Gefühl der Leichtigkeit und Entspannung gelangt der Patient in einen angenehmen Trancezustand. Er bleibt jedoch jederzeit ansprechbar und Herr seiner Sinne. Stress und Verspannungen weichen einem beruhigendem Geborgenheitsgefühl. Gleichzeitig mit der Angst nimmt auch die Schmerzempfindlichkeit deutlich ab. Das Setzen der Betäubungsspritze wird praktisch kaum mehr wahrgenommen. Auch ein extremer Würgereiz ist unter Lachgas stark verringert. Der Zahnarzt kann dabei über das variable Mischungsverhältnis Sauerstoff - Lachgas die Intensität der Sedierung jederzeit verändern und individuell auf den Patienten abstimmen. Nach der Behandlung ist der Patient schnell wieder bei vollem Bewusstsein und kann eigenständig die Praxis verlassen.